Unsere Pflanzengeister – Das Alpenveilchen


Alpenveilchen zwischen LaubAndere Namen: Erdbrot, Erdscheibe, Gichtapfel, Kreuzwehkraut, Saubrot

Der Gattungsname „Cyclamen“ stammt vom Griechischen „kyklos“ ab, was so viel wie „Kreis“ oder „Scheibe“ bedeutet. Der botanische Gattungsname „Cyclamen“ bedeutet daher so viel wie „Erdnabel“. Auch die Volksnamen „Erdscheibe“ und „Erdbrot“ legen eine deutliche Beziehung der Pflanze zur Erde nahe und stellen sie damit in unmittelbaren Kontakt zur Erdgöttin.

Die Heimat der Pflanze liegt in den bergigen Gebieten des östlichen Mittelmeeres, in Syrien, dem Libanon und in Israel, wo sie durch ihre Knolle mühelos trockene Sommer überdauert, um dann im Winter zu erblühen.
In Europa wurde das Alpenveilchen im 16. Jahrhundert eingeführt und hier zunächst in den botanischen Gärten der englischen Königin Elisabeth kultiviert. Schnell wurde es zu einem Symbol für das blutende Herz der Jungfrau Maria. Auch im christlichen Kontext ist die Beziehung zur Großen Göttin unverkennbar erhalten geblieben (Herz = Mitte, Maria = Göttin, „Erdnabel“).

Die zerstoßenen Wurzelknollen der giftigen (!) Pflanze fanden Anwendung ins zahlreichen Liebestränken. Die Blüte dagegen fand Verwendung, um ein „von Kummer und Trauer beschwertes Herz zu erleichtern“. Aber auch zur Steigerung der Empfängnisbereitschaft wurde das Alpenveilchen eingesetzt. Auch in dieser Verwendung erkennen wir eine Beziehung zur fruchtbarkeitsbringenden Kraft der Großen Göttin, sowie eine symbolische Verbindung zur unerwiderten Liebe. Wenn die Liebe nicht von Dauer war, so kam die Pflanze als Mittel zur Abtreibung zur Verwendung. Allein der Spaziergang durch ein Waldstück mit Alpenveilchen sollte nach der Volksmagie einen Abortus auslösen. Ebenso verhilft der Geist der Pflanze in der Magie dazu, eine verlorene Liebe zu vergessen.

In der Symbolik der Blumensprache steht das Alpenveilchen für Schüchternheit, also den mangelnden Mut, die Liebe offen einzugestehen. Andererseits kann das Verschenken eines Alpenveilchens auch ein dezenter Hinweis sein, vom anderen nichts wissen zu wollen.

Die Macht der Göttin in der Pflanze wird offenbar, wenn sie als Schutzmagie eingesetzt wird: Im Schlafzimmer aufgestellt, behütet sie den schlafenden vor Unheil und Schadenszauber werden in ihrer Gegenwart wirkungslos.

Als Blütenessenz verhilft das Alpenveilchen zu Selbständigkeit und wirkt der Einsamkeit entgegen. Es unterstützt den Mut zum eigenen Weg und die Individualität.

 

Das Alpenveilchen – Geist der Erde, des Selbstbewusstseins und der Liebe.

 

Bild © fotolia


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