Schnell trat ich wieder in Resonanz zu diesem außergewöhnlichen Lichtfeld und trat auch in dieses hinein. Hier funktionierte mein lineares Denken noch und ich versuchte zu erforschen, um was es sich bei dem Licht handele.
Dann sah ich das Lichtfeld über der ganzen Landschaft wie ein Lichtdoppel der physischen Landschaft. Beides war irgendwie von einander getrennt und doch eins. Doch dann schien das lineare Denken auszusetzen! Ich nahm auch mich als Lichtdoppel und gleichzeitig meinen physischen Körper war. Beides war „ich“. Ich fühlte mit dem Licht- und dem physischen Körper eine gemeinsame Identität.
Und dann in einer einzigen Sekunde kollabierte die Lichtlandschaft in die physische Landschaft hinein und mein Lichtkörper in meinen physischen Körper. Schlagartig bekam ich Kopfschmerzen und mir wurde übel. Ich spürte gleichzeitig eine ungeheure Schwere in mir und zum selben Zeitpunkt eine weite Leichtigkeit.
Dies schwang noch einige Stunden nach, jenes Gefühl, zugleich bleiern-dicht und licht-leicht zu sein.
Um zu verstehen, worum es sich bei dieser Erfahrung gehandelt hatte, recherchierte ich bei Mystikern zu ähnlichen Beschreibungen, die vielleicht besser wiedergeben können, was mein Erleben in diesen ausgedehnten Sekunden war:
So schreibt Sri Aurobindo: „Plötzlich strömte das Licht herab, ein Licht, das reiner und strahlender war als alles, was ich je gekannt hatte. Es war nicht so, dass mein Bewusstsein aufstieg; stattdessen kollabierte dieses Licht-Selbst mit gewaltiger Kraft direkt in meinen physischen Körper. Es war, als würde eine unendliche Sonne in meine winzige menschliche Form hinein implodieren. Jede Zelle, jeder Nerv schien von diesem Licht erfasst zu werden. Mein Körper konnte die Intensität kaum fassen, er fühlte sich an wie Blei und Licht zugleich, bis er sich der höheren Schwingung ergab und transformiert wurde.“
Im daoistisch-mystischen Text „Das Geheimnis der goldenen Blüte“ steht es so: „Der Same ist also das Licht in kristallisierter Form. [...] Wenn das Licht kreist, so kristallisieren sich alle Kräfte des Himmels und der Erde, des Lichtes und des Dunklen. [...] So bald diese beiden Substanzen [Geist und Körperkraft] sich treffen, verbinden sie sich unauflöslich und es entsteht ein unaufhörlich Leben, es kommt und geht, es steigt und fällt von selbst im Haus der Urkraft.“
Der Sufi Ibn Arabi schreibt dagegen in Die Ringsteine der Weisheit / Fusus al-hikam: „Mein Körper wurde mir zu einem Schleier, bis das Licht durchbrach und den Schleier in sich selbst auflöste. Da erkannte ich, dass der Geist nicht über dem Körper schwebt, sondern dass der Körper im Licht kollabiert ist und das Licht im Körper Wohnung genommen hat.“
Und schließlich beschreibt die Mystikerin Mechthild von Magdeburg in „Das fließende Licht der Gottheit“: „Das göttliche Licht strömte mit solcher Gewalt in meine Seele und durchbrach die dichten Mauern meines Blutes und Fleisches. Es war kein Aufsteigen in den Himmel; Gott senkte sich in seine eigene Schöpfung herab. Das unendliche Licht, das reiner ist als die Sonne, kollabierte in die Enge meines irdischen Leibes, bis die Glieder erzitterten und das Fleisch selbst von Gottes Klarheit entzündet wurde. Da sprach die Gottheit zu mir: ‚Ich habe mich so tief in dich hineingesenkt, dass ich fortan in deinem Fleische wohnen und dein Fleisch in meinem Geiste brennen soll.‘“
Ich möchte diese Erfahrungen nicht vollständig gleichsetzen. Doch vieles hier Beschriebene gleicht meiner eigenen Erfahrung des Kollabierens des Lichtkörpers in den physischen Körper hinein. Gleichzeitig geschah dies mit dem ganzen Landschaftsraum. Ich weiß nicht wie lange ich getrommelt hatte, denn unmittelbar nach dem Kollabieren fiel ich in eine weiche-weite Trance, in der der Körper arbeitete und zu verdauen versuchte, was ihm widerfahren war.
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