Der chinesische Drache


Chinesischer Drache an einer MauerIn der europäischen Kultur wurde der Drache mit der Patriarchalisierung und verstärkt mit der Christianisierung zu einem Symbol der Angst und des Bösen. Diese Symbolik läuft jedoch konträr zur Drachensymbolik wie sie in der Geomantie Verwendung findet. Hier ist der Drache ein Symbol der Urkraft und zutiefst mit der Landschaft - z.B. als Berg- und Wasserformen - , ja, mit der Lebens- und Schöpfungskraft der Erde selbst verbunden. In dieser Hinsicht gleicht das Bild des Drachens in der Geomantie eher dem Bild des chinesischen Drachens.

Der Drache - Long - ist in der Mythologie Chinas ein geistiges, ja sogar ein göttliches Wesen. Als solches ist der Drache als mythischer Ausdruck einer wohlgesonnenen Urkraft in China erstmals um 400 v. Chr. nachweisbar. Seine Göttlichkeit findet Ausdruck in dem legensären Urherrscherpaar Fu Xi und Nu-Wa, die als Kinder der Drachen gelten, sowie im Drachenkaiser des Ostmeeres (Ao Guang).

Landschaftlich verortet sich der chinesische Drache sehr häufig im Wasser: In Flüssen, Seen, Meeresbuchten, manchmal auch Brunnen. Wird er in der Bergen angesiedelt, so ist der Drache wiederum verbunden mit den Wolken, die den fruchtbarkeitsspendenden Regen bringen. Der schlangenartige, sich windende Drache, der mehr durch die Luft schwimmt als in ihr fliegt, bildet daher mit dem Urwasser eine symbolische Einheit.

Dennoch ist der chinesische Drache formenhaft ungebunden. Ein chinesisches Sprichwort besagt: Der Drache hat neun Söhne, jeder von ihnen ist verschieden. Die ebenso glücksverheißenden Tiersymbole Schildkröte und Löwe werden daher letztlich als eine formale Variante des Drachens gesehen, ja Drachen können sich gar in Menschen verwandeln. Darin kommt zum Ausdruck, dass die Drachenkraft der Erde letztlich in allen Tieren, ja dem Menschen selbst immanent ist. Die Urkraft des Drachens ist es, die der Natur, der Pflanzen- und Tierwelt Lebenskraft verleiht und im Menschen zu einem langen Leben, Glück, Wohlstand und Zufriedenheit führt.

Sprechen wir hier von den Drachen, dann ist genau jene Kraft gemeint, die mit dem Seelenwasser verbunden und ursächlich für die Schöpferkraft des Lebens ist. In der Abwendung von dieser Kraft begann mit der Ausbreitung des Patriachats der Mensch die Natur zu unterwerfen, anstatt mit ihr und für sie zu wirken, die Natur auszubeuten, anstatt sie zu fördern, Tiere zu nutzen und zu benutzen, anstatt sie zu schützen und die Urkräfte der Erde für eigene technologische Zwecke einzusetzen. Diese Haltung zeigt ihren symbolischen Ausdruck im Drachenkampf und der Furcht vor der Urkraft des Lebens.
Wir leben damit in einer Zeitenwende, die ihr Verhältnis zum Drachen grundlegend überdenken muss, wenn das Überleben der Menschheit weiter gewährleistet sein soll. Wir müssen die Drachen befreien, anstatt sie zu töten, ja letztlich den Drachen in uns wiederentdecken.

 

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Bild © Shanshan0312/shutterstock


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