Mythische Gestalten zur Winterzeit – Perchten


PerchtenPerchten treten vor allem im Alpenraum in der Zeit der Raunächte auf. Insbesondere die letzte Nacht, die Nacht auf den 6. Januar, ist als Perchtnacht bekannt. In den Perchten verschmelzen die Riten verschiedenster Kulturen und Zeiten. Bei den Perchten handelt es sich um wilde Geister, die Gesundheit, Glück und Segen für Wälder, Fluren und Felder sowie für Haus und Hof und deren Bewohner (Menschen wie Tiere) überbringen. Ein überlieferter Spruch besagt denn auch: So hoch, wie der Percht springt, so hoch wird im nächsten Jahr das Getreide wachsen. In den sogenannten Perchtenläufen bilden Sie eine Grauzone mit den Krampusläufen.

Der Name geht vermutlich zurück auf die Frau Percht, einer Sagengestalt, die sich in der südgermanischen und slawischen Mythologie wiederfindet. Vermutlich ist bereits diese eine Verschmelzung keltischer Vorstellungen mit z.B. der germanischen Göttin Frigg. Im Mitteldeutschland entspricht der Percht auch die Sagengestalt der Frau Holle. Selbst die Gebrüder Grimm schildern Frau Holle als „mit großen Zähnen".
Der Name der Percht lässt sich vom althochdeutschen peraht ‚hell, glänzend' abgeleitet und bedeutet demnach „die Glänzende". Im mittelhochdeutschen wurde die Nacht auf Heilig-Drei-Könige berchttac, bzw. berchtnacht, genannt. Dies kann einerseits auf die durchaus als positiv empfundene Frau Percht als Lichtgestalt, als auch auf in dieser Zeit mögliche einsetzende Lichtmesstechniken verweisen.

Bei der Frau Percht selbst, wird fast durchgängig ihre große Nase betont. Diese kann einstmals einen Bezug zum Vogelschnabel gehabt haben und damit auf eine Vogelgöttin der Jungsteinzeit hindeuten. Während des Mittelalters dagegen wird Domina Perchta immer mehr mit „Frau Welt" und den mit ihr verbundenen 7 christlichen Hauptsünden assoziiert.

In den Perchtgestalten kommt somit zum einen die Wildheit der Naturgeister und andererseits eine erwachende matrifokale Göttin selbst zur Verbindung. Der glückverheißende Aspekt überwiegt – vor allem in den „Schönperchten" - bis heute im Brauchtum.

 

 

Bild © Stefan Brönnle


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