Den Äther sehen


Farbenprächtiger Sonnenuntergang AugeDas Ätherische ist die Brücke zwischen dem Stofflichen und dem Geistigen. Wir nehmen ihn als Raumatmosphären war: Wir betreten einen Raum und merken innerhalb von Sekundenbruchteilen, dass zwischen zwei Menschen im Raum „dicke Luft" ist, oder umgekehrt, dass es „knistert". Wir bemerken – vor allem im Genick – dass uns jemand von hinten anstarrt. All dies sind kinästhetische Ätherwahrnehmungen. Doch das Ätherische lässt sich auch visuell erfassen.

Sicher haben Sie schon einmal ein Kind beobachtet, das minutenlang ins Leere schaut. Vielleicht erinnern Sie sich selbst daran, wie es war – oder machen dies bisweilen heute noch. Wenn wir Kinder beobachten, so fällt auf, dass bis etwa zu einem Alter von 5-6 Jahren Kinder praktisch nicht blinzeln. Erwachsene dagegen blinzeln in der normalen Aufmerksamkeit etwa alle 3 Sekunden einmal. Medizinisch wird gesagt, der Lidschlag diene dazu, das Auge mit Flüssigkeit zu benetzen. Das mag wohl ein Effekt sein, ursächlich für den Lidschlag kann die Befeuchtung nicht sein, denn sonst wären die Augen eines Kindes in den fünf ersten Lebensjahren ausgetrocknet.

Vielmehr ist es so, dass unsere Wahrnehmung im Dreisekundentakt arbeitet. Die Eindrücke, die für uns die "Wirklichkeit" ergeben, liegen zeitlich weit auseinander, und wir nehmen sie in "Paketen" von rund 3 Sekunden Dauer wahr. Diese "Inseln der Gegenwart" werden dann zusammengefügt und zu einem scheinbaren Wirklichkeitsfluss verschmolzen.
Unmittelbar nach diesem Wirklichkeitstakt fängt das Bewusstsein an, auf Erinnerungen und Erfahrungen zurückzugreifen und das Wirklichkeitspaket zu bewerten, zu interpretieren und einzuordnen. Es entstehen z.B. assoziative innere Bilder. Der Gehirnforscher Günter Haffelder sagt dazu: "Nicht nur der reflektierte Anteil, den ein Objekt abstrahlt, wird dabei wahrgenommen, sondern die rechte Hemisphäre (die intuitive Seite des Gehirns, Anm.d.A.) nimmt auch den Anteil wahr, den das Objekt direkt abstrahlt. Diese Informationen werden normalerweise durch den Drei-Sekunden-Takt des Bewusstseins ausgeblendet."

Das Blinzeln also wischt bei jedem Lidschlag eine Wirklichkeit weg, die sich aufzubauen beginnt. Wenn wir dagegen entspannt ins Leere blicken und ruhig atmen, können wir den Lidschlag mehr und mehr verhindern, bis wir schließlich ohne Lidschlag umherblicken können. Wenn wir so handeln, wird sich bereits nach drei Sekunden eine Andere Sicht der Dinge entwickeln: Objekte beginnen zu strahlen, Farben beginnen zu tanzen, Verdichtungen im Raum werden visuell erfassbar.

 

Übung:

Beginnen Sie an einem bedeckten Tag. Dies reduziert die Strahlkraft der Sonne und Sie können die Augen leichter geöffnet halten. Blicken Sie z.B. knapp über einen Baumwipfel hinweg. Sehen Sie den Baum nicht direkt an! Schauen Sie in die Unendlichkeit des Himmels, seien Sie aber achtsam, was zwischen Ihnen und dem „Punkt in der Unendlichkeit" visuell wahrnehmbar wird.

 

So eröffnet sich Ihnen eine lebendige Welt ätherischer Kräfte, die uns umgeben und durchdringen.

 

Zwischen Körper und Geist – Die Ätherwelt
30.8.-2.9.2018

 

 

Blid © Stefan Brönnle (Vorlagen digistore 24/fotolia)


Kommentare (0)


Kommentieren

Dieser Thread wurde geschlossen.