Was Du persönlich sofort gegen das Insektensterben tun kannst


Bienen umschwirren BlüteDie Insekten sterben und mit Ihnen die Vögel. Nach aktuellen roten Listen in Deutschland sind bereits über 41% der hier heimischen Schmetterlinge ausgestorben oder stark gefährdet. 561 Wildbienenarten sind in ihrem Bestand bedroht. In Nordrhein-Westfahlen haben sich die Fluginsekten um bis zu 80% (!) in den letzten 40 Jahren reduziert. Deutschlandweit gingen in den letzten 27 Jahren über 76% der Insekten verloren! Sie fehlen nicht nur bei der Bestäubung, sie arbeiten auch keinen Tierkot mehr ins Erdreich ein und sie fehlen anderen Tieren wie den Vögeln als Nahrung. In den vergangenen 12 Jahren verschwanden pro Jahr durchschnittlich 1 Millionen Brutvogelpaare.

Wir sollten uns die Frage stellen: Sind wir auf die Erde gekommen, um den Anfang vom Ende zu erleben – oder um etwas dagegen zu tun?

Die Ursachen des Insektenrückgangs liegen in mangelnder Nahrung, mangelnden Nistplätzen, dem Einsatz von Pestiziden und der Durchstrukturierung und Kahlheit unserer Landschaft. Vieles – so scheint es – können wir als einzelner gar nicht beeinflussen. Falsch! Wir haben die Macht und die Kraft etwas zu verändern. Hier sind 6 Handlungen, die Du sofort umsetzen kannst:

  1. Indem Du Lebensmittel erwirbst, die mit Gift und Kunstdünger produziert wurden, unterstützt Du die großen Lebensmittelkonzerne und die Giftmischer. Hör damit auf. Sofort. Als Verbraucher hast Du Macht. Was Du nicht selbst ökologisch anbauen kannst, kaufe bitte im Naturkostladen. Apfelsaft von Streuobstwiesen zum Beispiel ist purer Insektenschutz. Der „normale" Apfelsaft (wirklich? „Normal"?) stammt aus vergifteten Plantagen. Naturkost mag teurer sein, doch ohne Insekten wirst Du bald ein Vermögen für Obst bezahlen.

  2. Wenn Du einen Garten hast, säe Wildblumenwiesen und hör auf, jede Woche zu mähen! Pflanze Hecken und Sträucher. Bienen und andere Insekten brauchen die Blüten als Nahrung und die Sträucher als Brut- und Lebensräume. Schmeiß die Geranien vom Balkon! Gefüllt blühende Zuchtpflanzen liefern keinen Nektar. Die Nektarien sind zurückgebildet oder komplett funktionsunfähig. Du erkennst die „Unfruchtbarkeit" der Blumen oft am Kürzel „fl.pl." („flore pleno" = „ mit voller Blüte"). Beispiele für solche schönen Scheinblumen, die den Insekten nichts zu bieten haben, sind die Zuchtformen der Chrysanthemen, Dahlien, Astern, Rosen, Akelei, Nelken, Kamelien, Pfingstrosen, Gänseblümchen und Sonnenblumen.

  3. Lass Materialien wie Holz, Baumrinde, Schilfrohr, Kiefernzapfen u.a. gebündelt in ruhigen Gartenecken liegen. Sie dienen den Insekten als Unterschlupf und Ruheplätze. Auf dem Balkon kannst Du ein „Insektenhotel" anbringen. Sie bestehen aus diesen Materialien und Du kannst Sie leicht selbst bauen oder auch fertig kaufen. Z.B. hier

  4. Hör auf, Insekten zu vergiften. Insektizide haben im Garten und auf dem Balkon nichts verloren! Es gibt zahlreiche natürliche Pflanzenschutzmittel, die Insekten fernhalten, ohne sie zu töten.

  5. Auch und erst recht in der Wohnung solltest Du keine tötenden Gifte gegen Insekten einsetzen. Mücken, Wespen etc. kann man ebenso mit natürlichen Mitteln fernhalten. Folgende Pflanzen und Aromen schützen Dich und Deine Familie, ohne dass Insekten Schaden nehmen: Lavendel , Salbei, Zitronengras, Gewürzlorbeer, Tomaten, Walnussbaum, Katzenminze, Zitronenmelisse, Bergamotte.

  6. Ehre auch die Unliebsamen. Mache Dich mit Deinen Ängsten vertraut. Egal, ob Spinnentiere, Mücken, Wespen u.a.. Insekten sind wunderbare Wesen, die fester Bestandteil des Ökosystems und der Noosphäre der Erde sind. Beginne also, an Deinen Abneigungen zu arbeiten, anstatt die Tiere zu vertreiben, denn wenn sie gehen, wirst Du ihre Hilfe sehr bald dringlichst vermissen.

 

 

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Kommentare (3)

  1. Claudia Hoppe:
    24.10.2017 10:24

    Einfach nur von Herzen DANKE für diese so "einfache" und gleichzeitig so wertvolle Anleitung!

  2. Christina Frohnhäuser:
    25.10.2017 15:01

    Wir gestalten seit fünf Jahren unseren Garten um. Eben mit heimischen Büschen und Bäumen. Es gibt Wasserstellen und zwei Ecken mit Brenneselln und "Unkräutern". In einem Bereich wurden Wildblumen ausgesäht und es sieht ein bisschen verwildert aus. Wir haben mehrere Insektenhotels und seit zwei Jahren haben wir eine unglaubliche Anzahl und Vielzahl an Insekten und seit diesem Sommer auch viel mehr Vögel in unserem Garten. D Nächstes Jahr kommt noch ein Teich dazu! Unser Garten ist einfach voll mit Leben. Die Ratschläge funktionieren.

  3. Marga Kirschstein:
    26.10.2017 16:26

    Um Schadstoffe für Mensch und Welt zu verringern putzt mit Effektiven Mikroorganismen.
    Auch em´s genannt. Ich nutze sie zum Waschen und in meinem rein biologischen Garten.
    Sogar grüne Flecken aus meinem Teppich haben sie geschafft.

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