Die Lebensmittelindustrie will nicht, dass Du das weißt!


Tortengrafik Welt-Lebensmittel-ProduktionDie Menschheit wächst immer mehr. Aktuell leben auf der Erde etwa 7,5 Milliarden Menschen. Um 1800 waren es gerade mal 1 Milliarde und bis ins Jahr 2060 sollen über 10 Milliarden Menschen die Erde bevölkern. Um diese Menschen alle ernähren zu können, brauchen wir die industrielle Landwirtschaft, Kunstdünger, Pestizide. Wir müssen die Pflanzen gentechnisch verbessern und die landwirtschaftliche Nutzfläche dafür ausweiten.

So jedenfalls die offizielle Lesart. Sie ist angstbesetzt …. Und FALSCH!

Bereits heute werden 40% mehr Lebensmittel produziert als verbraucht werden. Wir könnten also schon heute 10 Milliarden Menschen ernähren – obwohl aktuell rund 800 Millionen Menschen hungern! Diese Überproduktion verrottet auf den Feldern und im Müll der Industrieländer, überwiegend um die Preise zu halten. Es geht also nicht um Ernährung, sondern Gewinn.

Die weltweite Produktion von Lebensmitteln wird dabei überwiegend noch nicht einmal von der industriellen Landwirtschaft erzeugt, sondern von KLEINBAUERN. Wie der Weltagrarbericht darlegt, kommen bis zu 75% der Lebensmittel auf der Welt von kleinbäuerlichen Betrieben, die industrielle Landwirtschaft erzeugt gerade mal 25%. Die von der Industrie erzeugten potenziellen Lebensmittel werden dabei überwiegend auch gar nicht gegessen, sondern dienen als Futter für die Fleischproduktion, Palm- und Sojaöl für Biodiesel, sowie Mais und Zucker um Stärke zu gewinnen.

Die Folgen der industriellen Landwirtschaft dürften inzwischen jedem bekannt sein:

  • Überdüngung
  • Bodenverdichtung
  • Bodenerosion
  • Pestizidvergiftungen bis in die Muttermilch
  • Artenverlust
  • usw….

Dabei ist die industrielle Landwirtschaft noch nicht mal ergiebiger als die kleinbäuerliche, denn die 75% der Lebensmittel für die Welt, die hier erzeugt werden, werden auf gerademal 25% der Fläche erzeugt! Kleinbäuerliche Landwirtschaft ist

  • produktiver
  • ökologischer
  • landschaftserhaltend
  • sozialer

Der Unterschied ist: Industrielle Landwirtschaft ist GEWINNTRÄCHTIGER! Die kleinbäuerliche Wirtschaft braucht ein Vielfaches an Arbeitseinsatz durch Menschen.

Lassen sich also auch in 100 Jahren die Menschen auf der Welt durch Kleinbauern ernähren? JA! Wenn man die aktuell industriell-landwirtschaftlich genutzten Flächen in Kleinstrukturen zerlegt und von vielen Familien bewirtschaften lässt, ohnehin. Hinzu kommt: Die Erträge der industriellen Landwirtschaft lassen sich kaum noch steigern – nur noch durch mehr bewirtschaftete Fläche und ein immer stärkeres Auspressen der Ressourcen. Die Erträge kleinbäuerlicher Landwirtschaft sind schon heute sehr leicht steigerbar. Eine umfassende Studie hat 286 ökologisch nachhaltige Agrarprojekte in 57 Ländern untersucht und im Schnitt eine Steigerung der Ernteerträge um 79 Prozent festgestellt. Durch z.B. Permakultur ließen sich also schon heute auf den heute kleinbäuerlich genutzten Flächen die Menschenzahl des Jahres 2060 ernähren! Und das vollkommen ökologisch.

Hinzu kommen natürlich unsere Ernährungsgewohnheiten: Es gibt mehr als 12.000 essbare Pflanzenarten auf der Welt, aber nur 3 Arten (Weizen, Mais, Reis) liefern 60% unserer Nahrungskalorien. Diese Pflanzen verbrauchen aber ein Vielfaches an Wasser, als z.B. Fruchtanbau, v.a. wenn er über Permakultur erfolgt. Um 1 Kg Reis zu erzeugen, werden 3500 Liter Wasser benötigt, 1 Kg Karotten dagegen benötigen nur 130 Liter. 1 Kg Schweinefleisch benötigt sogar über 5000 Liter!

Fazit: Wir brauchen keine industrielle Landwirtschaft, kein Monsanto, keine Vergiftung unserer Böden und unserer Körper.

In Zukunft werden wir uns ökologisch ernähren – oder gar nicht.

 

 

Bild © Stefan Brönnle



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