Rituelle Hausreinigung mit Feuer


Teelicht in der HandFeuer, Ritual und schamanische Methoden II

Eine Generalreinigung beim Umzug, bei kranken Personen im Haus oder nach einem Streit oder anderen emotional belastenden Situationen ist mit der Kraft des Feuers sehr effektiv. Im Feuer drückt sich die Macht des Geistes aus. Feuer reinigt und erneuert, es vibriert vor Energie. Es transformiert, tötet und befreit. Wenn Holz verbrennt, wird seine Form durch Feuer verwandelt. Feuer ist mächtig, kraftvoll und aktiv.

Feuer transformiert und vernichtet. Daher erreicht man durch die Verbrennung eine konsequente Reinigung von belasteten Dingen wie einem alten Schuldschein, Kleidungsstücken, die bei Gewalterfahrungen getragen wurden, oder alten Möbeln. Auch unerwünschte Erbstücke, die belastende Familienenergien bündeln, dürfen so erlöst werden. Vor dem Übergeben ins Feuer fokussieren Sie Ihren Geist, Ihren Willen auf das totale Loslassen aller gebundenen Kräfte.

Etwas sanfter wirkt die Kraft von Kerzen. Stellen Sie in der Mitte des Raumes eine Kerze auf und entzünden Sie diese. Visualisieren Sie die Kraft des Feuers, bitten Sie es, sich im gesamten Raum auszudehnen und zu transformieren, was jetzt gehen soll. Gehen Sie nun mit der Kerze in der Hand im Raum zu den Stellen, die Sie einzeln reinigen möchten. Nehmen Sie wahr, welche Nuance des Feuers hier die reinigende Kraft einbringt. Dann rufen Sie diese Eigenschaft an und dehnen Sie sie mit ihrer Gedankenkraft dahin aus oder bewegen Sie die Kerze intuitiv, bis sich die Veränderung einstellt. Oftmals benötigen wir die durchwärmende, durchstrahlende Kraft des Feuers, die eher nährend wirkt und nicht zerstört oder auflöst.

Kerzen können gewidmet und gesegnet werden. Sie können durch ihr Feuer, Ihren Willen und Ihre Geistkraft der Kerze einen Auftrag geben z.B. „Ich beauftrage dich, mit deinem Brennen alle negativen Energien zu entfernen und auch in mir zu wandeln, was diese Sachen unbewusst sucht und dadurch anzieht.“ Die Kerze sollte so lange brennen (Stunden, Tage), bis alle inneren und äußeren ätherischen Komponenten gereinigt sind. Nun gilt es, sich zu bedanken. Achten und schätzen Sie die Kraft und Güte des Feuers, die sie erfahren durften. So wird es Ihnen immer gerne hilfreich zur Seite stehen, wenn Sie es benötigen. Auch die Räucherarbeit beinhaltet die Feuerkräfte in der Glut.

Mithilfe der Kraft des Geistes, durch die fokussierte innere Ausrichtung sind Sie fähig, Energien an den „ursprünglichen Absender“ zu schicken: Dehnen Sie sich in ihrer Vorstellung in den Raum aus und fokussieren Sie sich auf die Absicht: „Alles, was zu mir gehört, darf zu mir zurückkommen. Alles was nicht zu mir gehört, geht dahin, wo es hingehört“, „Alles, was im Raum ist, darf jetzt dahin zurückkehren, wo es in seiner ursprünglichen Form ist – in Harmonie mit allem“. Konzentrieren Sie sich, nehmen Sie Ihre Kräfte zu sich, geben Sie alles andere zurück, lassen sie es los. Hilfreich kann die Vorstellung sein, dass alle Energien mit einem roten Band dorthin verbunden sind, wo sie herkommen. Die Energien werden durch die Kraft der Absicht dem roten Band folgend dahin gebracht, wo sie natürlicherweise hingehören. Es muss Ihnen nicht bewusst sein, wo das genau ist, die Absicht genügt, um sie dahin zu begleiten.

Es gibt alte rituelle Muster der Reinigung. Die vier Ecken stehen im Haus für die vier Weltgegenden, jene vier Bereiche zwischen den Haupthimmelsrichtungen. Die Ecken verkörpern somit die ganze Welt und das Rad des Lebens. Das Ausräuchern der vier Ecken wirkt daher stellvertretend für alles im Haus. Alles, was zu lösen ist, zeigt sich hier und kann hier gereinigt werden. (Die Absicht formt den Äther: Wenn die vier Ecken für alles im Haus stehen, so findet sich hier auch alles!) Dieses Prinzip wurde früher viel öfters genutzt, da das rituell-magische Denken den Menschen noch viel vertrauter war. Das Räuchern und segnen der Haustüre sollte gleichermaßen auf allen Ebenen wirken. Die Türe steht für das ganze Haus.

Auch das rituelle Umschreiten eines Feldes mit den Segenssprüchen in die vier Himmelsrichtungen stammt aus dieser Tradition. Je kraftvoller eine Reinigung sein soll, je komplexer die Umstände, desto stärker sind rituelle Formen, die sich an solchen Grundordnungen orientieren. Bei einem mehrstöckigen Großbau, bei sehr alten, geschichtsträchtigen Orten und Häusern wird eine Reinigung durch eine separate Räucherung der Einzelobjekte schnell zur mehrtägigen Arbeit. Rituelle Formen können den Prozess abkürzen. Das Feuer, traditionell durch seine Kraft ein Zentrum bildend, wird dafür in der Mitte des Hauses in einer Schale entfacht und aus der Mitte gehend in die vier Ecken getragen. Damit wird ein universelles, heiliges Muster begangen. Die Geister und Kräfte der vier Himmelsrichtungen werden angerufen, die obersten Gottheiten der jeweiligen Kosmologie, aber auch die lebensspendende Erde mit ihren Geschöpfen. Damit wird das Haus und die Energien des Menschen in einen größeren Bezug gestellt. Viele feststeckende Energien lösen sich durch diese Rückbindung tiefer auf, als wir es bewusst nachvollziehen können.

 

Siehe auch:

Feuer, Ritual und schamanische Methoden I

 

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Text © Sibylle Krähenbühl

Bild © freshfotos


Kommentare (2)

  1. Petra:
    30.03.2017 11:16

    Recht herzlichen Dank für dieses schöne Ritual.

  2. Christine Gerresheim:
    01.04.2017 12:34

    Dieses Ritual war mir bisher nicht bekannt mit Feuer. Ich kenne es nur mit Weihrauch. Wenn Feuer auch hilft, wäre dies natürlich viel angenehmer vom Duft her, man könnte z.B. eine schöne Duftkerze nehmen. Vielen Dank für den Tipp!

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