Feuer, Ritual und schamanische Methoden I


FeuerDie zyklische Erneuerung, die in der Natur stattfindet, muss im Haus und im gebauten Raum vom Menschen initiiert werden. Die dem zugrunde liegende Absicht lässt sich dem Feuerelement zuordnen.

Das Ritual bedient sich der Kraft der konzentrierten Absicht. Wie das Feuer vermag der menschliche Geist sich auf einen Punkt auszurichten und schafft es dabei, ungeheure Energien zu manifestieren. Daher wird das Ritual wie gesagt dem Feuer zugeordnet. Die rituellen Techniken begeben sich primär in die Geistwelt und wirken von hier aus in die Ätherwelt und in die Materie hinein. Sie sind gekennzeichnet durch geringen physischen Aufwand und der hohen geistigen Konzentration. Der Feueräther – assoziiert mit Dynamik, Wille, Zielgerichtetheit [Gemäß dem Analogieprinzip wird der Äther nach den vier Elementen Wasser, Luft, Feuer und Erde gegliedert, ist mit diesen aber nicht zu verwechseln.] – wird stark angeregt durch Ritualarbeit. Wenn der Geist des Menschen fokussiert ist, reagiert der Feueräther mit.

Feuer ist sehr machtvoll. Daher sollten rituelle Handlungen, die heilende Absichten haben, immer mithilfe einer Anbindung des Menschen an hilfreiche geistige Wesen vollzogen werden. Bleibt der Mensch in seinen allzu oft durch die Gesellschaft verzerrten Bedürfnissen und egoistischen Zielen (Macht, Anerkennung, Geld) stecken, so können Rituale auch Schädliches manifestieren. Bei solch manipulativen Ritualen oder bei starker Unterdrückung von Menschen (familiär, gesellschaftlich, kollektiv usw.), bei gelebtem Hass, Aggression und Wut reagiert der Feueräther des Ortes und kann „kippen“. Er verliert seine positive Kraft und erzeugt nun ein Feld der Angst, Aggression und Wut. Gerade an Orten, wo Krieg, Mord oder andere lebensunwürdige Geschehnisse erfahren werden mussten, können solche Ätherprägungen lange Bestand haben und in spätere Generationen hineinwirken. Zur Reinigung solcher Orte bedarf einiger Erfahrung, damit der Prozess der Heilung erfolgreich verlaufen kann.

Für Feuerrituale gilt allgemein: Achten Sie immer darauf, dass Ihre Absicht positiv ausgerichtet ist. Eine negative Absicht führt zu Schwierigkeiten, weil sie in gut und schlecht teilt. Denken Sie langfristiger. Ist das Entfernen diese Energie wirklich mein Ziel oder will ich eigentlich etwas anderes, dahinter liegendes erreichen? Gibt es dafür einen kürzeren Weg?

Dazu ein Beispiel: Das Haus soll von der Energie der Schwiegermutter gereinigt werden, weil diese zu stark in die nun junge Familie hinein wirkt und die angeheiratete Frau „keinen Platz“ hat. Der eigentliche Wunsch ist also „Raum zu haben“. Also wird gereinigt, um „Raum“ zu erzeugen. Es wird aber nicht „gegen die Energien der Schwiegermutter“ gearbeitet, denn das bedeutet ein Kräftemessen mit unklarem Ausgang und möglicherweise vielen unguten Alltagssituationen im Schlepptau.

Die Kraft des Geistes ist groß. Je mehr wir unsere täglichen Wünsche bewusster betrachten, können wir erkennen, dass diesen meistens Grundbedürfnisse wie Liebe, Anerkennung, So-sein dürfen, wie man ist, Sicherheit, Vertrauen und Freiheit (der Gedanken) zugrunde liegen, die wir Menschen in uns tragen.

Lassen Sie für die Reinigungsarbeit alle vorgefertigten Ideen und Meinungen los, erst dann ist ihre Wahrnehmung urteilsfrei und genau. Gleichzeitig ist diese innere Haltung der beste Schutz davor „gegen etwas zu kämpfen“. Mit dem Feuer, meditativer Bewegung und einer positiven Absicht können Räume oft ohne Widerstände und Kämpfe aus den alten Strukturen gelöst werden, um nun die essentiellen Bedürfnisse zu nähren und weiter zu tragen.

 

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Text © Sibylle Krähenbühl

Bild © freshfotos


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