Die alte Erdmutter


Statue der Göttin Kybele vor der Erde„Jede archaische Erdgöttin ist die Mutter der Tiefe, welche die Lebewesen auf die Oberschicht hinauf gebiert und sie wieder zu sich nimmt“

Heide Götter- Abendroth

Die Erde ist die Urmutter von allen Lebewesen. In alten Darstellungen wird sie als die Herrin der Pflanzen und Tiere gezeigt, zum Beispiel als griechische Tara/Terra, wie sie Tiere an ihrer Brust säugt. Die symbolische Darstellung zeigt die direkte Beziehung der Tiere zur Erdmutter: Sie nährt alle Lebewesen mit ihrer unmittelbaren Lebenskraft, ohne die keine Existenz möglich ist.

Die Zugänge zur Urmutter waren die Aufenthalte in der wilden Natur, denn hier begegnet uns die Urform der Lebenskraft in jeder Pflanze und jedem Tier. Die verschiedenen Gesichter der Göttin verkörpern sich in den Landschaftsformen und in der GeistSeele der Landschaft wird sie für den Menschen erkennbar. Die Göttin als Landschaftsahnin erscheint z.B. in Irland als Land der EIRE. Ägypten nannten die Menschen Masr (mut, mwt), ein Wort, das auch Mutter bedeutet. Die Pyrenäen erhielten ihren Namen von der mythologischen Phyrene, die ein Aspekt der baskischen Göttin Mari ist. Die Percht, deren Garten Berchtersgaden noch heute ihren Namen trägt, war in Süddeutschland wohl bekannt, so wie Frau Holle als die Alte in der Erdentiefe um den heiligen Berg der Holle, den Meissner (Raum Kassel).  

In den Landschaftssagen erscheint die archaische Erdgöttin gerne als eine Fee, weiße Frau oder hässliche Alte, die sich verwandeln kann. Sie ist die Herrin des Landes, Die Königsmacherin und Schicksalsverkünderin. Sie führt die Seelen der Verstorbenen in ihr Reich und schenkt die Kinderseelen. Sie bringt die Fruchtbarkeit ins Land und ist die Ahnfrau alles Lebens. Sie spinnt die Lebensfäden für uns und schenkt die Essenz unserer Seele. Daher ist sie die, die die Verwundungen der Seele heilen kann!

Die Zugänge zu unserer Essenz der Seele kann über die rituellen Wege in der Natur gefunden werden, indem die Natur uns spiegelt, wer wir sind. Wir lernen, unsere Alltagskleidung – unsere Persona, die Verletzungen und anerzogenen Glaubenssätze - Stück für Stück zu erkennen und abzulegen, bis unsere wahre Natur erscheinen kann. Es ist eine Wiedergeburt, eine Initiation in Deine wirkliche Kraft hinein. Diese Transformation des Sterbens und Wiedergeboren Werdens ist ein alter schamanischer Ritus, die als Zerstückelung (die Auflösung der Persona) und komplette physische und spirituelle Geburt erlebt wird. Auf den Wegen in der Natur, in den Ritualen und tiefen Landschaftswahrnehmungen, auf der Suche nach den Zugängen zu dieser Lebens schenkenden Erdmutter und ihren Reichen erleben Ausbildungsteilnehmer immer wieder die spontane Wiedergeburt und die starke Heilkraft dieses Prozesses. Traditionell ist es DER Zugang zum Erlangen der schamanischen Kraft! Wenn wir mit Hingabe das Leben erforschen und achten, dann werden wir gesehen, begleitet und beschenkt und die tiefe seelische und geistige Verwurzelung erneuern, die unsere Westlichen Kultur so dringend braucht.

 

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Text © Sibylle Krähenbühl

Bild: Kybele © Stefan Brönnle


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