Das Zeichen am Himmel


Heller Stern am HimmelWir alle kennen die Geschichte um die Geburt des Christuskindes, die durch einen Stern am Himmel, ein himmlisches Zeichen, angekündigt wird. Sie beruht auf einer Weissagung des Propheten Jesaja aus dem Jahr 735 v.Chr.: "Hört doch, Haus David! ... der HERR selbst wird euch ein Zeichen geben: Siehe, die  Jungfrau (ha-'alma) wird schwanger werden und einen Sohn gebären und wird seinen  Namen Immanuel (Gott mit uns) nennen." Jesaja spricht hier nicht von einer physischen Frau, sondern dem Sternbild der Jungfrau, in deren „Schoß“ eine Himmelserscheinung zu sehen sein wird.

Viele haben sich den Kopf zerbrochen darüber, was denn der „Stern von Bethlehem“ genau für eine astronomische Erscheinung war. Johannes Keppler hielt ihn für eine Supernova, die er allerdings nicht als Tod eines Sterns, sondern als Sternengeburt deutete. Später deutete er die Erscheinung als Konjunktion von Jupiter und Saturn. Der in den Krippenspielen auftauchende Schweif des Sterns beruht auf der Theorie, die Himmelserscheinung sei ein Komet gewesen. Dergleichen Ideen gibt es viele, ohne dass sie sich vollständig belegen ließen.

Interessant ist jedoch, dass die Geburt des „Gottessohnes“ Jesus von Nazareth gar nicht alleine mit ihrem Himmelszeichen dasteht. Jesus reiht sich nur ein in eine ganze Reihe von heroischen Gestalten und Religionsstiftern:

Bei der Geburt des Halbgottes Herakles/Herkules säugte die Urmutter Hera den Knaben. Dabei sog Herakles jedoch so stark, dass er Hera Schmerzen zufügte und diese ihn von sich stieß. Die Milch spritzte über den Himmel und bildete dort die Milchstraße.  So war mit Herakles nicht nur ein Stern, sondern die ganze Milchstraße geboren worden.

Auch die Geburt der irdischen Inkarnation des hinduistischen Gottes Vishnu – Krishna – wird von himmlischen Zeichen begleitet: „Zu jener Zeit herrschte überall — im Osten, Westen Süden und Norden — eine Atmosphäre des Friedens und des Glücks und günstige Gestirne waren am Himmel sichtbar…“ In anderen Legenden um die Geburt Krishnas ist es sogar so, dass die Geburt des Gottesmenschen die Konstellation der Sterne auslöst und nicht von diesen beeinflusst wird!

In den Mythen um die Geburt des Erlösers Buddha wird ein „großes Licht“ am Himmel gesehen und ein Sternenregen geht auf die Erde nieder als er seinen ersten Atemzug macht.

Zoroaster/Zarathustra, der übersetzt „Goldstern“ oder „Stern des Glanzes“ heißt, prophezeite selbst die Geburt eines Gottmenschen, die von einem himmlischen Zeichen begleitet sein wird: „Horchet, ich werde Euch das erstaunliche Mysterium vom großen König offenbaren, der in die Welt kommen soll. Bei der Vollendung der Zeit, im Augenblick der Erlösung, die sie beendet, wird ein Kind empfangen und mit seinen Gliedern im Schoße einer Jungfrau gebildet werden, ohne dass ein Mann ihr nahegekommen ist...In der Nacht, in der das Kind geboren wird, erscheint ein Zeichen für die Welt: Ein Stern fällt vom Himmel herab."

Die Parallelen sind offensichtlich. Gleich zwei Gestalten nehmen diese Prophezeiung für sich in Anspruch: Natürlich Jesus von Nazareth, aber ebenso Mithras. Überhaupt sind die mit Mithras verbundenen Zeichen und Symbole mit denen des Jesus so in Übereinstimmung, dass hier davon ausgegangen werden kann, dass die Jesuslegende ein gutes Stück vom Mithras-Mythos „beeinflusst“ worden ist. Der später vor allem von römischen Legionären verehrte Mithras geht auf den iranischen Gott Mithra zurück. Er galt als Sohn Gottes, der sich opferte, um die Menschheit zu erlösen. Geboren wurde er von einer Jungfrau am 25. Dezember in einer Grotte. Sein geheiligter Tag war der Tag der Sonne, der Sonntag. Bei seiner Geburt waren Hirten zugegen. Titel des Mithras waren „Lamm Gottes“, „Guter Hirte“, „Retter“, „Licht der Welt“. Sein Kult schloss den Verzehr von Brot und Wein ein und als Mithras starb, wurde er begraben, um kurz darauf von den Toten aufzuerstehen.

Verständlich, dass es schwierig ist, zu entscheiden, wem die Prophezeiung des Zarathustra galt.

So sind Himmelserscheinungen bei der Geburt eines göttlichen Wesens nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Sie sind „Belege“ göttlicher Intervention auf Erden. Der geistige Raum, das Firmament über uns, das „Astrale“ (Astra = Sterne), ist ein Abbild geistig-göttlichen Wirkens. Wo anders sollten sich Veränderungen zuerst abzeichnen als am Himmel? Nicht umsonst sind unsere Planeten nach Göttern benannt.

 

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